Reformationsjubiläum 2017

Kirchliche, politische und gesellschaftliche Wirkungen

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther der Überlieferung nach seine Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Dieses Datum ist zum Symbol geworden für die Bewegung der Reformation, die nicht nur die Kirchen grundlegend veränderte, sondern von Anfang an auch politische und gesellschaftliche Wirkungen hatte.
Die Grafschaft Lippe trat 1538 mit dem Landtag zu Cappel in diese Bewegung ein. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lehren der Reformation führte zur Ausbildung von zwei Konfessionen. Bis heute prägt das Miteinander von lutherischen und reformierten Gemeinden die Lippische Landeskirche.

Der ursprüngliche Impuls der Reformation richtet sich auf das Glaubensleben der Christen: Das „Rechtsein“ des Menschen vor Gott kann nicht durch eigene Anstrengungen oder Leistungen erkauft werden, sondern ist Geschenk Gottes an alle, die sich dafür öffnen. Diese Erkenntnis wirkt als Impuls der Befreiung, der unser Menschenbild, das moderne Demokratieverständnis, Philosophie, Kultur und Bildung nachhaltig prägt.

Aus diesem Grund haben unsere Planungen für das Jubiläumsjahr 2017 die Reformation nicht nur als ein Datum der Vergangenheit im Blick. Vor allem lassen wir uns von der Verpflichtung und Ermutigung leiten, immer wieder über die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft nachzudenken- über Rede- und Gedankenfreiheit, Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, religiöse Toleranz, Freiheit des Gewissens, Gerechtigkeit, den verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und die Wahrung der Würde jedes Menschen. Zu diesem Diskurs laden wir Kirchen und Religionsgemeinschaften, gesellschaftliche Gruppen und Organisationen, Träger von Kultur und Gemeinwesenarbeit in Lippe ein.

 

 
 

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